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Meine Jungmannschaft versprach mit 2 Wochen Luft, was lag da näher, als ein 2wöchiger Intensivkurs in Torquay als Vorbereitung aufs CAD? Als alles geregelt war, kamen die Zweifel. Wie wird dieses Land, das ich bis vor 14 Jahren regelmässig besuchte, heute aussehen? Das Essen machte mir dabei weniger Sorgen als die Leute. Würden Sie immer noch so wunderbar sein wie in meiner Erinnerung? Und wie kam ich nur dazu, mich als 52jährige in so einer Schule einzuschreiben? Endlich war ich frei von Kindern und Jugendlichen und was tat ich? Hingehen, um mich mit Jugendlichen zu messen! Ich packte. So schlimm würde es nicht sein. In Heathrow verpasste ich fast den Bus. Nervös stand ich an der Bushaltestelle, als ich einen Kleber „Torquay“ auf einem Koffer erspähte. Der Koffer gehörte einer älteren Lady. Meine Busfahrt war himmlisch. Die Engländer also doch immer noch so nett wie eh und je! In Torquay holte mich meine Hostlady an der Busstation mit dem 4WD ab. Hügliger ist das Land allerdings nicht geworden. Sie fuhr mich nach Hause, mein Herz hüpfte: „gravel driveway“ – wie im Film. Das Haus, wie ich Englands Nobelhäuser kannte von vor 30 Jahren. Und dann kochte sie. Nicht zu glauben, wie sie das tat. Nun, sie hatte eine italienische Mamma. Allerdings stellte sich heraus, dass auch Engländerinnen mit englischen Vorfahren heutzutage zu kochen wissen, so hörte ich es auf jeden Fall 2 Wochen lang von den andern. Nervös machte ich mich tags darauf auf zur Schule. Der junge Herr an der Rezeption wusste meinen Namen schon, fast bevor ich eintraf – und vergass ihn 2 Wochen lang nie. Immerhin waren 70 StudentInnen dort. Ein gutes Zeichen für eine angenehme Atmosphäre. Ich wurde einer Klasse zugewiesen, in der ich mit Abstand die Älteste war. Es fürchtete mich. Immerhin war ich schon seit 30 Jahren nicht mehr zwei Wochen am Stück in die Schule gegangen. Dann trat der Lehrer, Eric, ein und alles war kein Problem mehr. Entweder war ich mit dem Lernen doch noch nicht so veraltet oder aber das Lernen änderte sich in 30 Jahren nicht sehr stark! Es war spannend, lehrreich, witzig und wenn die jungen Schüler ihre Müdigkeit nicht mehr verbergen konnten, weil sie sich so sehr an Pausen gewohnt sind – und des Abends wohl auch ein bisschen länger im Ausgang waren! – faszinierten mich die Themen noch immer heiss. Ganz offenbar, scheint das Alter auch einen Vorteil zu haben: endlich versteht man, worüber die lebenserfahrenen Lehrer sprechen! Und kann erst noch mitreden – wenn man das Wörterbuch im Griff hat! Die frühen Feierabende liessen mich durch das wirklich hübsche Städtchen schlendern, mit den - ebenfalls vorhandenen älteren - StudentInnen ein Bier, einen Tee oder was auch immer trinken. Auf meinen Schlendereien traf ich dann auf Clem und Patricia. Und da war ich wieder, wo ich vor 30 Jahren wegging: In „Good Old England“. Zwar in einem Café, das richtigen Kaffee servierte, aber genauso schrullig, liebenswürdig und interessant wie ich es während 18 Jahren immer wieder angetroffen habe. Es waren wunderbare 2 Wochen – in jeder Hinsicht.
Ursula Strub Larsson, Zug |